Die Kindertagesstätte St. Castor ist auf den Hund gekommen

DIE KINDER LIEBEN EMIL

Ein Mittwochmorgen im St. Castor Kindergarten, es ist 10 Uhr und nun beginnt die Emil-Zeit. Lana, Jule, Emilia, Tugce und Nele warten auf ihren liebgewonnenen, »zotteligen« Vierbeiner Emil. Es ist mucksmäuschenstill im Bewegungsraum und alle fünf Kinder schauen gespannt auf die Tür.

Endlich ist er da Emil, der Schafpudel von Besitzerin und Kindergartenleiterin Anja Herten.

Emil ist anfangs etwas aufgeregt, denn auch er freut sich die Kinder zu begrüßen und möchte am liebsten mit ihnen spielen. Einrichtungsleiterin Anja Herten weiß genau wie ihr Hund reagiert und daher ist er bei den ersten Begegnungen noch an der Leine, denn mit seiner Größe kann er natürlich auch etwas ungestüm sein. Die Kinder befinden sich bereits in ihrer ersten Übung. Sie stehen im Raum wie kleine Bäume verteilt. Emil darf an ihnen schnüffeln, damit er weiß mit wem er es zu tun hat und die Kinder dürfen ihm, so wie sie möchten die Hand hinhalten oder leicht durch das Fell streicheln. Spielerisch lernen sie dabei seine Körpersprache kennen. Bei der zweiten Übung darf Jule die Verlängerung von Emils Leine halten und im Raum spazieren gehen. Wenn er alle Kinder begrüßt hat, und wieder ein wenig Ruhe eingekehrt ist, erfolgt das erste Kommando von Anja Herten und Emil sitzt. Es folgen kleine Aufgaben wie suchen und bringen, denn er mag Bälle und ist ein kleine »Spürnase«. Den Abschluss bildet ein gemeinsames zu Ruhe kommen auf dem Boden. »Jedes Kind hat die Möglichkeit, sich Emil in seinem Tempo zu nähern. Kein Kind muss sich dem Hund nähern, die Entscheidung liegt immer bei dem Kind!«

Emil ist erst ein Jahr alt und daher natürlich noch sehr verspielt. Den Anweisungen seiner Besitzerin folgt er schon recht gut. Ganz gespannt wartet er darauf was nun kommt, denn als Belohnung winkt ihm ein »Leckerchen«. Kleine Aufgaben werden ihm in Zusammenarbeit mit den Kindern gestellt. Es macht ihm Spaß und den Kindern auch. Anja Herten achtet immer darauf, dass weder Hund noch die Kinder überfordert werden. Emil erhält kleine Pausen zum ausruhen oder zum toben und die Kinder lernen spielerisch eine Mensch-Hund-Beziehung aufzubauen.

Mir als Hundebesitzer wird direkt warm ums Herz, nicht nur weil man Emil aufgrund seines zotteligen Fells direkt knuddeln möchte, sondern weil es wahnsinnig schön ist, den Vierbeiner in Kontakt mit den Kindern zu sehen. Ist es nicht ideal bereits in jungen Jahren richtige Verhaltensweisen zwischen Mensch und Hund zu trainieren und durch beobachten die Körpersprache von Hunden kennen und deuten zu lernen. Sie erfahren vieles über seine Bedürfnisse, lernen nebenbei »hündisch« und erweitern ihren Horizont, auch in ihrer Sprache. Kinder die zu Hause keinen Hund haben, lernen in der Kita ein respektvolles und sorgsames Umgehen Mit dem Vierbeiner. Ängstliches Verhalten muss nicht sein, Unfälle oder Bisse, die meist durch Unwissen passieren, könnten vermieden werden.

Tiergestützte Pädagogik ist das Zauberwort. Anja Herten plante fast vier Jahre bevor sie den Hundekauf realisierte und Schafpudel Emil ein neues zu Hause bei ihr erhielt. Die erfahrene Erzieherin besuchte andere Kitas, die diese Idee schon verwirklicht haben. Zusätzlich holte sie sich Rat bei Andreas Ohligschläger vom Revier für Hunde. Der erfahrene Hundeexperte konnte ihr wichtige Tipps mit auf den Weg geben. Zahlreiche Gespräche führte sie mit dem Leiterteam, dem Träger und natürlich den Eltern. »Nach kurzer Zeit standen alle zu 100% hinter meiner Idee,« berichtet Anja Herten. Übrigens, die Finanzierung trägt sie alleine.

Seit April 2016 ist nun der »allergiefreundliche « Hund regelmäßig an zwei bis drei Tagen in der Einrichtung. Sein fester Platz ist im Leitungsbüro, Taburäume sind die Gruppenräume und die Küche. Die Emilaktion findet meist im Bewegungsraum oder draußen auf einer separaten Wiese statt. Seit der 9. Lebenswoche besucht Emil mit seinem Frauchen die Hundeschule »dogs« in Merkstein und er erhält Kontakte mit Artgenossen, die auch für ihn sehr wichtig sind. Eine zusätzliche Ausbildung zum Therapie-Begleit-Hund ist im Frühjahr geplant. Anja Herten wird auf jeden Fall diese Chance wahrnehmen, ob sich Emil dazu eignet wird seine Entwicklung zeigen.

Für das gesamte Kita-Team steht auf jeden Fall fest: Emil ist eine wahre Bereicherung im Tagesablauf der Kita.

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